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Gedenkort München-Riem 10. Februar 1970

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Der Flughafen München-Riem war vor mehr als 50 Jahren Schauplatz eines Terrorattentates: Am 10. Februar 1970 sollte ein Flugzeug der El Al Fluggesellschaft von München nach London starten. Während des Abfertigungsprozesses eröffneten Terroristen Feuer, warfen Sprengkörper auf die Fluggäste und herbeigeeilte Sicherheitskräfte. Einer der Fluggäste, Arie Katzenstein – der die deutsche und israelische Staatsbürgerschaft besaß – warf sich auf einen Sprengsatz und opferte sein Leben, um die anderen Passagiere zu schützen. Bei dem Attentat gab es neun Verletzte und ein Todesopfer.
Heute ist der Flughafentower Teil der Brainlab Firmenzentrale in München. Dort möchte die Stadt München in Kooperation mit Brainlab einen Gedenkort schaffen.

Anton Biebl, Kulturreferent der Stadt München und Stefan Vilsmeier, Gründer und CEO von Brainlab, möchten an den Vorfall erinnern:
Anton Biebl: „Auf München richtete sich in den 70er Jahren internationale Aufmerksamkeit – auch von terroristischen Kommandos. Sie trafen die angehende Weltstadt mitten ins Herz. Wir halten die Erinnerung wach, gedenken der Opfer und setzen uns aktiv mit unserer und in diesem Fall auch der internationalen Geschichte auseinander. Die Skulptur von Alicja Kwade wird wesentlicher Teil des geplanten Erinnerungsorts München-Riem 1970 sein. Wenn Worte unzureichend sind, eröffnet die Kunst zusätzliche Perspektiven.“

Stefan Vilsmeier: „Wir entwickeln innovative Medizintechnologie und betrachten die Partnerschaft mit der Stadt München als Möglichkeit einen gesellschaftlichen Beitrag zu leisten. Kunst und Kultur spielen eine vielschichtige Rolle in unserem Unternehmen, wir fördern aktiv unterschiedlichste Kulturprojekte und geben ihnen Raum. Für mich ist es eine besondere Verantwortung am Ort unserer Firmenzentrale an ein einschneidendes geschichtliches Ereignis zu erinnern – nicht nur gegenüber unseren internationalen Mitarbeiter*innen, sondern auch für die ganze Stadtgesellschaft.“
In Gedenken an das Attentat soll bis 2024 eine über acht Meter hohe Metallskulptur der Künstlerin Alicija Kwade errichtet werden, die als Modell und digitale Installation präsentiert wurde.
Mit Hilfe der Mixed Reality Technologie konnte eine virtuelle Animation des Kunstwerks in den Raum projiziert und besichtigt werden. So konnten auch die Kinder und Enkelkinder von Arie Katzenstein, die extra aus Israel anreisten, den Gedenkort im Vorfeld sehen.
Weitere Informationen sind in der Pressemeldung der Stadt München zu finden: Gedenkort München-Riem 10. Februar 1970